
AMLA Programmplanungsdokument 2026-2028: Was die EU-Geldwäscheaufsicht liefern wird und wann
AMLA veröffentlicht ihr erstes Programmplanungsdokument (2026-2028)
Am 4. Februar 2026 hat die Authority for Anti-Money Laundering and Countering the Financing of Terrorism (AMLA) ihr Programmplanungsdokument (Single Programming Document, SPD) für den Zeitraum 2026-2028 veröffentlicht. Damit vollzieht die Behörde einen klaren Übergang vom institutionellen Aufbau zur vollständigen operativen Umsetzung ihres Mandats auf EU-Ebene.
Laut offizieller AMLA-Pressemitteilung handelt es sich beim Programmplanungsdokument um den ersten mehrjährigen Plan der Behörde, der Prioritäten, Zeitpläne und konkrete Deliverables festlegt, während AMLA von der Aufbau- in die Umsetzungsphase übergeht. Das Dokument dient als Roadmap für den Markt – für Verpflichtete, Aufsichtsbehörden und Financial Intelligence Units (FIUs) – im Vorfeld der vollständigen Anwendung des neuen EU-AML-Rahmens.
Strategische Prioritäten im AMLA-Programmplanungsdokument 2026-2028
Das Programmplanungsdokument strukturiert die Arbeit der AMLA entlang von drei zentralen Ergebniszielen:
- Vervollständigung des EU-weiten AML/CFT-Single-Rulebooks
- Förderung der aufsichtlichen Konvergenz zwischen den Mitgliedstaaten
- Stärkung der Zusammenarbeit der Financial Intelligence Units (FIUs)
Diese strategischen Ziele werden in fünf miteinander verknüpfte Tätigkeitsstränge übersetzt, die die Arbeit der AMLA im Jahr 2026 prägen und Wirkung für den gesamten Zeitraum 2026–2028 entfalten:
- Erfüllung zentraler regulatorischer Mandate,
- Ausbau der direkten Aufsicht,
- Operationalisierung des FIU-Rahmens,
- Schaffung der Grundlagen für indirekte Aufsicht und Oversight sowie
- Aufbau EU-weiter AMLA-Risikorahmenwerke.
Was das Programmplanungsdokument 2026-2028 für den Markt bedeutet
AMLA positioniert das Programmplanungsdokument ausdrücklich als vorbereitende Roadmap für Stakeholder. Die Behörde legt dabei einen Schwerpunkt auf Vereinfachung und Klarheit und fokussiert sich auf besonders relevante Themen für Verpflichtete, insbesondere:
- Customer Due Diligence (CDD),
- Geschäftsbeziehungen und
- ein einheitliches aufsichtliches Rahmenwerk innerhalb der EU.
Zugleich signalisiert das Programmplanungsdokument kommende Mandate und Konsultationsmöglichkeiten, um eine frühzeitige Ausrichtung von Instituten und Aufsichtsbehörden zu ermöglichen.
Parallel dazu skaliert AMLA ihre organisatorischen Kapazitäten deutlich. Die Mitarbeiterzahl soll von 120 Ende 2025 auf 432 Ende 2027 anwachsen, flankiert von erheblichen Investitionen in IT-Infrastruktur und interne Governance-Strukturen.
Was wird im Dokument „SPD 2026-2028 Explainer“ erläutert?
Der SPD 2026-2028 Explainer liefert eine operative Einordnung des AMLA-Programmplanungsdokuments und beantwortet die zentrale Frage: Was genau wird AMLA tun – und wann?
Zentrale Klarstellungen aus dem Explainer sind:
- Das Programmplanungsdokument ist ein standardisiertes Planungsinstrument von EU-Agenturen, das Ziele, Aktivitäten und Ressourcen miteinander verknüpft.
- 2026 ist das entscheidende Umsetzungsjahr: AMLA wird bereits 24 von insgesamt 40 Mandaten in diesem Jahr liefern.
- Die direkte Aufsicht wird schrittweise operationalisiert:
- 2026: Finalisierung der Risikoanalyse- und Auswahlmethodik sowie Start einer Datenerhebung im März 2026,
- 2027: Auswahl der direkt beaufsichtigten Institute,
- ab 2028: direkte Aufsicht über 40 besonders bedeutende Finanzinstitute.
- Die FIU-Zusammenarbeit entwickelt sich von Koordination hin zu operativer Integration, einschließlich gemeinsamer Analysen, Peer Reviews und der vollständigen Überführung von FIU.net bis 2027.
- Das AMLA-Risikobewertungsframework wird als „analytisches Rückgrat“ der Behörde beschrieben und durch eigene Daten- und IT-Infrastruktur gestützt.
Was enthält das Dokument „AMLA Programmplanungsdokument 2026-2028“?
Das AMLA-Programmplanungsdokument 2026-2028 ist das zentrale Governance- und Umsetzungsdokument der Behörde.
Es beschreibt detailliert:
- die strategischen Ziele der AMLA,
- die fünf Tätigkeitssäulen, die allen Maßnahmen zugrunde liegen,
- erwartete Outputs und Meilensteine,
- Personal- und Ressourcenplanung sowie
- den Übergang von einer Start-up-Behörde zu einer voll operativen EU-Aufsichtsinstanz.
Von zentraler Bedeutung ist, dass das Programmplanungsdokument klar bestätigt: AMLA tritt in die Umsetzungs- und Durchsetzungsphase ein. Ab 2026 ist die Arbeit der Behörde nicht mehr konzeptionell, sondern fokussiert sich auf Regelsetzung, Aufsicht, datenbasierte Risikobewertung und die Konvergenz aufsichtlicher Praxis innerhalb der EU.
Was Annex XI offenlegt: Zeitplan für RTS, ITS und Leitlinien
Annex XI zum AMLA-Programmplanungsdokument 2026-2028 ist das technisch anspruchsvollste – und für viele Institute zugleich wichtigste – Dokument. Er enthält die konkrete Planung der AMLA für Regulatory Technical Standards (RTS), Implementing Technical Standards (ITS) und Leitlinien (GL).
Annex XI umfasst:
- eine vollständige Übersicht aller geplanten RTS, ITS und GL,
- die jeweilige Rechtsgrundlage (GWVO, AMLD, AMLA-Verordnung),
- die Art des Rechtsinstruments sowie
- Konsultations- und Finalisierungszeiträume.
Zentrale Erkenntnisse aus Annex XI sind:
- Eine hohe Dichte an RTS und ITS im Jahr 2026, insbesondere in Q2-Q4 2026.
- Zentrale AML-Themen werden EU-weit vollständig standardisiert, darunter:
- CDD-Informationsanforderungen (GWVO Art. 28),
- unternehmensweite Risikoanalysen (GWVO Art. 10),
- laufende Überwachung und Transaktionen (GWVO Art. 26),
- STR-Formate und FIU-Informationsaustausch sowie
- Methoden zur Sanktions- und Verstoßklassifizierung.
- AMLA wird RTS zweiphasig erlassen: zunächst für den Finanzsektor, anschließend für den Nicht-Finanzsektor.
In der Praxis fungiert Annex XI als vorgelagerter Index des künftigen EU-Regelwerks, der präzise aufzeigt, welche verbindlichen Standards wann gelten werden.
Warum das AMLA-Programmplanungsdokument 2026-2028 entscheidend ist
Zusammengenommen senden Pressemitteilung, Programmplanungsdokument, Explainer und Annex XI eine klare Botschaft:
- 2026 ist das Wendepunktjahr der EU-Geldwäscheprävention.
- AMLA wechselt von Vorbereitung zu Umsetzung und Aufsicht.
- CDD, Risikobewertung, Monitoring, FIU-Zusammenarbeit und Sanktionen werden über RTS und ITS vollständig harmonisiert.
- Institute, die bis 2026 nicht datenfähig und strukturell ausgerichtet sind, werden zunehmendem aufsichtlichem Druck ausgesetzt sein.
Das AMLA-Programmplanungsdokument 2026-2028 ist daher keine politische Vision, sondern der operative Bauplan für die nächste Phase der EU-weiten Geldwäscheaufsicht.
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Quelle: https://www.amla.europa.eu/amla-sets-strategic-priorities-2026-28-single-programming-document_en